Die 7 Todsünden in der Sicherheit

«Ich habe gemeint, dass ....», dürfte der meist verwendete Satz sein, wenn etwas passiert ist.

1. Es ist noch nie etwas passiert

Entweder haben Sie ein perfektes Sicherheitssystem oder Sie haben bisher einfach Glück gehabt. Wenn bei Ihnen noch nie etwas passiert ist, dann haben Sie vermutlich auch keine Massnahmen getroffen. Wie können Sie dann heute nachweisen, was Sie alles für einen sicheren Arbeitsplatz getan haben? Achtung: Ich denke, Sie haben hier eine «Haftungs-Falle».

2. Es ist noch zu früh etwas zu machen, wir sind am «neu Bauen» und haben erst in etwa 2 Jahren dafür Zeit.

Aufschieberitis hat noch nie zu einer Vereinfachung oder zu weniger Arbeit geführt. Meistens ist doch so, dass bereits heute viele Dinge unerledigt auf dem Schreibtisch in einem Haufen Lieferscheine und Handnotizen liegen. Selbst das Nachführen der (vielen) einzelnen Excel-Listen nimmt immer mehr Zeit in Anspruch. Aber keine Angst. Wenn in zwei Jahren Ihr Projekt steht, ihnen dann alle Lieferanten die Anlagedokumentationen ordnerweise auf den Tisch stellen, Sie mit 1001 Frage alleine lassen, haben Sie sicher mehr Zeit alles nachzutragen und dann in das neue System einzugeben.

3. Die von den Behörden haben sowieso keine Ahnung, wie es bei uns wirklich läuft

Wir können uns nicht immer festlegen. Unser Geschäft verlangt von uns, dass wir flexibel auf die Wünsche unserer Kunden reagieren. Da kann man nicht immer alles planen. Die Behörden wollen einfach zu viel. Jedes Mal gerate ich mit dem Inspektor in Streit. Die sind einfach nicht KMU freundlich. Ich mach auf jeden Fall nichts mehr!

4. Die meisten Unfälle passieren in der Freizeit, da kann ich ja sowieso nichts machen

Falsch!

Es ist bewiesen, dass ein gut funktionierendes Sicherheitssystem und eine Sicherheitskultur die von den Mitarbeitern automatisch umgesetzt wird, auf jeden Fall die Unfälle auch in der Freizeit senken wird.

Der Sicherheitsgedanke wird automatisch auch in den Verein und die Familie hinaus getragen.

5. Ich bin nicht verantwortlich, das haben wir «Outgesourct»

Bei jedem Projekt oder Geschäftsteil der an eine andere Firma übertragen wird, habe ich bisher folgende Erfahrung gemacht:

  1. Der Aufwand für Koordination und Kontrolle nimmt umso mehr zu, je mehr Stellen daran beteiligt sind. Viele Köche verderben den Brei!
  2. In keinen Fall, gar keinen Fall, können Sie die Verantwortung an einen anderen abgeben. Sie waren, sie sind und sie werden immer verantwortlich bleiben.
  3. Bravo, sie haben sich die Königsdisziplin, nämlich die «Schnittstellen-Kommunikation», ausgesucht. Sind Sie aber auch fit genug dazu, einen Marathon zu beginnen? Und haben sie das richtige Werkzeug dazu? Stooooop! – falsch gedacht: E-Mail ist hier das falsche Führungsmittel!

6. Ich brauche nichts zusätzliches, wir haben da einen Ordner von unserer Branchenlösung

Steht der Ordner im Regal? Hat er eine Staubschicht drauf? Ja? OK dann haben Sie schon verloren. Sie wollen versuchen mit einem Werkzeug zu arbeiten, dass andere für Sie ausgesucht haben, wo sie nichts dazu beigetragen haben. Haben Sie es wenigsten auf Ihre Firma und Ihre Prozesse und Ihre Mitarbeiter angepasst?

Nein?

Achtung, sie wiegen sich in falscher Sicherheit! Solche Lösungen haben noch nie funktioniert.

7. Ich mache nichts mehr, denn meine Mitarbeiter wollen einfach nicht.

Jedes Mal wenn ich einen meiner Mitarbeiter darauf aufmerksam mache, dass er schon wieder ohne Schutzbrille an der Maschine steht, kommt es zum Streit. Die werfen mir vor, dass ich sie «moppen» will. Deshalb habe ich aufgehört damit. Schliesslich sind es ja nicht meine Augen.

Erkennen Sie sich in eine dieser Aussagen wieder? Nehmen Sie mit uns Kontakt auf, um Ihr Sicherheitskonzept zu diskutieren!