Fallbeispiel Brandschutz und Explosionsschutz

Mit dem Erfolg wachsen die Anforderungen: das Polymed Medical Center.

Die Firma Polymed beliefert Arztpraxen in der ganzen Schweiz mit Verbrauchsmaterial und Artikel für Reinigung und Desinfektion. Die Firma ist in der letzten Zeit nicht nur gewachsen, sondern auch das Sortiment hat sich vergrössert. Dadurch hat sich die Menge an brennbaren flüssigen Gütern stetig vergrössert. Die Firma Routil AG wurde beauftrag ein Konzept für die Lagerung, den Umgang und speziellen Anforderung an die Logistikprozesse auszuarbeiten.

Die Rahmenbedingungen

Das Lager in Rümlang ist ein Mietobjekt und es werden auf 3 Ebenen ca. 3800 m2 Lagerfläche bewirtschaftet. Im grossen Sortiment wurden ca. 181 Artikel definiert die eine Lagerklasse 3 (brennbare Flüssigkeiten mit Flammpunkt <30°C) aufweisen. Die Gebindegrössen variieren von 30 ml bis 10 Liter. Der Lagerbedarf beträgt ca. 4 Tonnen und der Jahresumschlag liegt bei ca. 80 Tonnen.

Die Aufgabe

Die Eckpunkte des Auftrags bestanden aus:

  • Vorschlag für den Standort eines Klasse 3 Lager
  • Ausstattung des Lagers
  • Definition der Brandschutzmassnahmen
  • Definition der Ex-Schutzmassnahmen
  • Vorschlag für das Ein- und Auslagern als idealer Prozess in Zusammenarbeit mit der Logistik
  • Vorabklärungen mit den Behörden

Anlässlich einer Begehung vor Ort und einem intensiven Workshop mit den Prozessbeteiligten wurden die Möglichkeiten ermittelt. Die Ideen wurden am Schreibtisch zu einem schlüssigen Konzept zusammengestellt. Das Konzept zusammen mit einem Grundrissplan als Arbeitspapier diente als Basis für die ersten Diskussionen. Um das Konzept auf seine Tauglichkeit zu testen wurde Testweise ein provisorischer Arbeitsplatz im neuen Lager im EG eingerichtet und auf seine Fähigkeit im Tagesgeschäft getestet. Der Bereich welcher als Gefahrgutlager definiert wurde liegt im EG direkt neben der Rampe. Das Hauptlager befindet sich im 2. OG. Der Warenfluss wird neu wie folgt gehandhabt. Anlieferung via Rampe im EG. Einlagern ins LK3 mittels Paletten-Rolli. Rüsten auf Kundenaufträge direkt vor dem LK3 Lager. Bereitstellen im Vorraum. Ausliefern via Rampe im EG.

Somit konnten folgende Eckpunkte gut eingehalten werden:

  • Gefahrgutlager im EG an einer Aussenwand mit EX-Lüftung direkt ins Freie -> keine Transportfahrten mit dem Warenlift -> keine Ex-Schutz im Lift nötig
  • Verschieben der Ware mit Paletten-Rolli -> kein Ex-Deichselstapler nötig
  • Einfache Logistik -> alles auf einer Ebene
  • Direkter Feuerwehrzugang von aussen -> einfache Notfallvorsorge

Der Test mit dem Arbeitsplatz im EG war ein Erfolg. Daraufhin wurden die Behörden eingeladen sich direkt vor Ort ein Bild der geplanten Veränderung zu machen. Die letzten Anpassungen wurden angebracht und das Konzept zu Vernehmlassung eingereicht. Ausserdem konnten direkt aus dem Konzept die Informationen für die Umbaumassnahmen und die Mengengerüste für die Kostenbestimmung abgeleitet werden.

Im organisatorischen Bereich wurden Schulungen für das Verhalten im Brandfall und im Falle einer Havarie ausgearbeitet und eingeplant. Die Anpassungen im 10-Punkte ASA Sicherheitssystem an die neue Situation wurde von erledigt. Der Feuerwehr steht neu auch ein detaillierter Feuerwehreinsatzplan zur Verfügung.

Fazit

Durch den Einbezug aller beteiligten Mitarbeiter im Führungs- und Logistikprozess konnte ein Konzept erstellt werden, dass den betrieblichen Anforderungen gerecht wird, die Kosten für die Umsetzung im Rahmen hält und die gesetzlichen Rahmenbedingungen erfüllt.

Über das Polymed Medical Center

Polymed Medical Center ist ein Dienstleistungszentrum für Beratung und Verkauf von medizinischen Investitions- und Verbrauchsgütern sowie für professionelle Serviceleistungen.
Die Polymed Schweiz wurde 1968 in Zürich mit dem Ziel gegründet, Ärztinnen und Ärzten in Praxis und Spital qualitativ hoch stehende Produkte im Bereich Medizintechnik und Artikel des täglichen Bedarfs zu liefern. Seit über 45 Jahren hat sich bis heute an dieser Idee nichts geändert, nur an der Form. Alles ist grösser und professioneller geworden.

Wir danken Urs Bachmann (COO und Projektverantwortlich) für die äusserst angenehme und professionelle Zusammenarbeit.